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| Datum: 07.06.11 | 12:44 Uhr

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Mögliche Änderungen bei der Kostenerstattung für Arzneimittel

Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hat vorgeschlagen, dass schwere Verlaufsformen der Neurodermitis als schwerwiegende Erkrankung anerkannt werden. Dies hätte dann in der Praxis zur Folge, dass nicht verschreibungspflichtige Präparate in die sog. OTC-Ausnahmeliste aufgenommen und damit erstattet werden würden.

Dabei handelt es vom Prinzip her natürlich um sehr sinnvolle Änderung, vermutlich dürfte diese bei Krankenkassen und Politik jedoch auf relativ wenig Gegenliebe stoßen. Nichtsdestotrotz bleibt zu hoffen, dass der Ansatz des BPI zukünftig weiterverfolgt wird, da Neurodermitis-Patienten häufig die Kosten für notwendige Cremes bzw. Salben selbst tragen müssen.

Ein weiteres Problem seien die aufgrund der momentan zur Anwendung kommenden Rabattverträge (diese regeln den kostenorientierten Austausch von Arzneimitteln im Zusammenhang mit der Verfügbarkeit der enthaltenen Wirkstoffe) „kritischen Dosierungsschwankungen“, so der Verband. Wie die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des BPI, Prof. Barbara Sickmüller, verlauten ließ, könne es dadurch zu „unnötigen Schüben“ kommen.

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| Datum: 05.04.11 | 09:21 Uhr

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Hyposensibilisierung kann bei Neurodermitis helfen

Laut Aussage des Direktors der Klinik für Dermatologie und Allergololgie an der TU München, Prof. Johannes Ring, ist die in der Therapie von Allergien übliche Hyposensibilisierung möglicherweise auch bei Patienten mit Neurodermitis effektiv.

Das Prinzip einer Hyposensibilisierung besteht im Wesentlichen darin, dass der Körper über eine längere Zeit hinweg (meist mehrere Jahre) an den Stoff, welcher für das Auftreten der Allergie verantwortlich ist, gewöhnt wird. Aktuelle Forschungsergebnisse in der Molekulargenetik besagen, dass eine Beeinträchtigung in der Barrierefunktion der Haut in Zusammenhang mit einer abweichenden Immunreaktion zum Ausbruch von Neurodermitis führen kann. Daher ist auch eine Besserung des Hautzustandes bzw. eine Abmilderung des allgemeinen Krankheitsverlaufs in Folge einer Hyposensibilisierung möglich.

Diese Erkenntnis kam letzte Woche auf der Tagung der Dermatologischen Gesellschaft (DDG) zur Sprache, bei dem sich über 3.000 Hautärzte im Dresdner Kongresszentrum über neueste Entwicklungen in der Behandlung von Hautkrankheiten austauschten. Der Kongress gilt als bedeutendstes Treffen seiner Art im deutschsprachigen Raum.

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| Datum: 09.11.10 | 11:14 Uhr

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Warum Kratzen den Juckreiz verringert

Heute möchte ich versuchen, eine Antwort auf folgende wichtige Frage zu geben: Warum kratzt man sich eigentlich, wenn es juckt? Jeder unter Neurodermitis leidende Patient weiß, dass Kratzen den Zustand der Haut noch verschlechtert, trotzdem ist es häufig so, dass es eine unmittelbare, vorübergehende „Entspannung“ verschafft. Der Grund dafür ist eigentlich recht simpel und einleuchtend: Der aus dem Kratzen resultierende Schmerz überlagert auf seinem Weg zum Gehirn den Juckreiz, so dass dieser für eine Weile nicht mehr wahrnehmbar ist. Problematisch dabei ist jedoch, dass das Schmerzempfinden nach einer gewissen Zeit nachlässt und der Juckreiz in der Folge wieder die Oberhand gewinnt. So entsteht der für Neurodermitis typische Teufelskreis, in dem sich Jucken und Kratzen gegenseitig steigern, bis es zu teils sehr unangenehmen Hautverletzungen kommt.

Die Ursache für die Überlagerung des Juckreizes durch den Kratzschmerz liegt innerhalb der Nervenzellen, die für die Reizübertragung zuständig sind. Da beide Signalarten im selben Teil der Nervenzelle entstehen, blockiert der stärkere Reiz den Signalweg und unterdrückt dadurch die Weiterleitung des jeweils schwächeren Reizes. Auslöser für das juckende Gefühl ist übrigens der Botenstoff Histamin, der sowohl in der Haut selbst als auch im Blut gebildet wird. Er beeinflusst die freien Nervenenden in der Haut. In aufgekratzten Arealen werden noch mehr Botenstoffe ausgeschüttet, die den Juckreiz zusätzlich verstärken. Derzeit arbeiten Forscher an der Entwicklung von Medikamenten und anderen Maßnahmen, welche die beschriebenen Prozesse unterbrechen und somit den Kratzzwang unterbinden könnten.

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| Datum: 07.10.10 | 14:54 Uhr

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Ergebnisse des 5. Deutschen Allergiekongresses

Auch die aktuelle Expertenschätzung anlässlich des 5. Allergiekongresses in Hannover zeigt wieder, dass sich Allergien in Deutschland auf dem Vormarsch befinden. Ungefähr 20 bis 30 Millionen Bürger seien betroffen, davon 15 Prozent Kinder und Jugendliche, so die Schätzung der Kongressteilnehmer.

Die Allergologen fordern daher u. a. eine Verbesserung der Versorgungsstrukturen und höhere Investitionen in allergologische Forschung. Ein wichtiger Punkt war auch die Betrachtung von Arzneimitteln als Ursache anaphylaktischer und blasenbildender Reaktionen. Dabei habe die Diagnostik der jeweiligen Arzneimittelallergie und die Festellung des auslösenden Medikaments Priorität. Ein gutes Beispiel für diesen Sachverhalt ist das in der Krebstherapie Anwendung findende Mittel Cetuximab, das zu verzögert auftretenden Fleischunverträglichkeiten führen kann.

Ein weiterer Diskussionspunkt betraf das Thema Neurodermitis direkt: die Entdeckung zweier Schlüssemoleküle, die für die Kommunikation der Entzündungszellen mit dem umgebenden Hautgewebe von Bedeutung sind. Diese Moleküle (insbesondere Interleukin-31, das Entzündung und Juckreiz fördert) könnten als potentielle Angriffsziele für neue therapeutische Maßnahmen dienen.

Wie groß angelegte Studien ergeben haben, ist es für die Verhinderung einer Neurodermitis-Erkrankung durchaus sinnvoll, einem Kleinkind ab dem fünften Monat bewusst verschiedene Nahrungsmittel zuzuführen, da dies zu einem niedrigeren Risiko einer Allergienentstehung führen soll. Ein konkreter Zusammenhang konnte zwischen dem Zufüttern von Fisch während dieser Phase und einem deutlich geringeren Auftreten von Ekzemen im fortgeschrittenen Kindesalter festgestellt werden.

Leider hat sich mittlerweile auch gezeigt, dass eine komplette Abheilung der Neurodermitis seltener vorkommt als bisher angenommen. Aus diesem Grund sei eine enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Dermatologen, Allergologen, Psychologen und Ernährungsberatern notwendig, um die Lebensqualität – gerade auch von erwachsenen Patienten – effektiv steigern zu können.

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| Datum: 19.07.10 | 12:37 Uhr

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Sommer, Sonne, Neurodermitis

Da momentan der Sommer wohl seinen diesjährigen Höhepunkt erreicht, möchte ich an dieser Stelle kurz einige Anmerkungen zu dem Thema „UV-Strahlung und Neurodermitis“ geben.

Erfahrungsgemäß gibt es einige von euch, bei denen sich der Hautzustand im Sommer eher verbessert und wiederum einige, bei denen das Gegenteil der Fall ist. Theoretisch gesehen ist ein kontrolliertes Bad in der Sonne für die Haut ein recht wohltuendes Ereignis. Die UV-Strahlung sorgt dafür, dass evtl. entzündete Hautareale schneller abheilen und sich der Juckreiz spürbar verringert. Grund dafür ist die entzündungshemmende (durch das Blockieren der dafür verantwortlichen Zellen) und antibakterielle Wirkung der langwelligen UVA-Strahlen, welche im Sonnenlicht enthalten sind.

Generell ist natürlich Vorsicht geboten: Ein Sonnenbrand sollte nicht riskiert werden, da ein solcher im schlimmsten Fall einen Schub auslösen kann. Bei der Einnahme von Medikamenten, die photosensibilisierend wirken oderr während einer Therapie mit Immunsuppressiva sollte auf ein ausgedehntes Sonnenbad in jedem Fall verzichtet werden.

Ein Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor ist ohnehin Pflicht, bei Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Parfum- oder Konservierungsstoffen sollte die Auswahl in diesem Zusammenhang besonders bedacht erfolgen. Davon unabhängig empfiehlt es sich im Sommer, weite Kleidung zu tragen, um das Schwitzen und das damit einhergehende Jucken möglichst auf ein Minimum zu reduzieren.

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| Datum: 17.06.10 | 16:21 Uhr

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Schuppenflechte vom Rauchen?

Wie allgemein bekannt ist, hat Tabakkonsum einen schädigenden Einfluss auf den menschlichen Körper. So erhöht dieser u. a. die Wahrscheinlichkeit, an Psoriasis zu erkranken. Im Jahr 2007 wurde eine Untersuchung des Gesundheitszustandes von über 110.000 Krankenschwestern, die über einen Zeitraum von 14 Jahren erfolgte, abschließend ausgewertet. Innerhalb dieses Zeitraums erkrankten fast 900 der Probanden neu an Schuppenflechte.

Es wurde festgestellt, dass die untersuchten Raucherinnen einem um bis zu 200 Prozent höheren Erkrankungsrisiko ausgesetzt waren als die Teilnehmerinnen, die noch nie geraucht hatten. Die Wahrscheinlichkeit stand mit der Dauer des Zigarettenkonsums in engem Zusammenhang, so schienen z. B. Frauen mit einer über 20-jährigen Raucherkarriere besonders gefährdet zu sein.

Das Risiko erwies sich auch als erhöht, wenn die Mutter einer Probandin während der Schwangerschaft das Rauchen fortgesetzt hatte oder die Teilnehmerin in der Kindheit Tabakrauch ausgesetzt gewesen war.

Der Grund für die höhere Wahrscheinlichkeit einer Psoriasis-Erkrankung liegt in der bekannten (negativen) Beeinflussung des Immunsystems durch die im Tabakrauch entaltenen Giftstoffe. Diese können unter Umständen den Ausbruch einer Autoimmunerkrankung wie Psoriasis provozieren.

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| Datum: 09.06.10 | 09:40 Uhr

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Neue Perspektive im Kampf gegen Krankheitserreger

Wie bereits seit längerer Zeit bekannt ist, haben Menschen mit Schuppenflechte eine erhöhte Widerstandsfähigkeit gegenüber Hautinfektionen. Bei der Suche nach einer Erklärung für dieses Phänomen kommt einem zunächst der scheinbare Widerspruch zwischen der angegriffenen Haut eines Psoriasis-Patienten und der beschriebenen Abwehrkraft in den Sinn. Intensive Forschungsaktivitäten haben gezeigt, dass an den für Psoriasis charakteristischen Hautschuppen ein Peptid (ein Protein) gebunden ist. Dieses Peptid trägt den Namen „humanes Beta-Defensin 2 (hBD-2)“. Es bekämpft einen bestimmten Hefepilz und wirkt gegen das Bakterium „Pseudomonas aeruginosa“. Außerdem ist die Existenz eines weiteren Defensins (hBD-3) bekannt, dass eine hohe Wirksamkeit gegen Coli-Bakterien besitzt. Die Zellmembran der Krankheitserreger wird durchlöchert und die Bakterien dadurch zerstört – eine sehr effektive Methode.

Die aktuellen Forschungen konzentrieren sich nun auf die Entwicklung eines Stoffes, der die Produktion dieser körpereigenen Defensine anregen soll. Des Weiteren ist man damit beschäftigt, eine Salbe mit einem hohen Anteil an solchen antimikrobiellen Stoffen zur Marktreife zu bringen. Da Bakterien kaum in der Lage sind, ihre eigene Membran (den Angriffspunkt der Defensine) zu verändern, ist die Bildung von Resistenzen, wie sie bei herkömmlichen Antibiotika auftreten können, äußerst unwahrscheinlich.

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| Datum: 17.05.10 | 13:16 Uhr

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„Heilung unerwünscht“: WDR entlässt verantwortlichen Redakteur

Der Autor des Films „Heilung unerwünscht: Wie Pharmakonzerne ein Medikament verhindern“, der im Oktober 2009 ausgestrahlt wurde, hat gegenüber seinem Arbeitgeber offenbar einige falsche Angaben gemacht und außerdem gegen Programmgrundsätze des Senders verstoßen. In Folge dieser ihm unterstellten Fehltritte wurde der betroffene Redakteur mit sofortiger Wirkung vom Dienst freigestellt. Hauptgrund für die Entlassung scheint die nahezu gleichzeitige, nicht mit dem WDR abgesprochene Veröffentlichung eines Buches zum selben Thema zu sein, das zudem einen ähnlichen Titel trägt, nämlich „Heilung unerwünscht. Die dramatische Geschichte eines Medikaments“.

In den vergangenen Monaten wurde außerdem von verschiedenen Seiten wiederholt der Vorwurf der Schleichwerbung geäußert (mit Bezug auf die thematisierte Vitamin B12 Creme selbst), wodurch der WDR zunehmend in den Fokus der Kritik rückte und sich mit dem nun vorgenommenen Schritt vermutlich davon zu distanzieren versucht.

Zur Erinnerung: Der (scheinbare) Dokumentarfilm befasste sich mit einer Creme namens Regividerm, die bei Neurodermitis und Schuppenflechte ohne größere Nebenwirkungen zu einer Linderung der Symptome führen soll. Des Weiteren wurde behauptet, dass Pharmaunternehmen bewusst die Markteinführung der Creme blockieren würden; kurz nach der Erstausstrahlung der Sendung war Regividerm dann „überraschenderweise“ aber doch auf dem Weg zur Markteinführung.

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| Datum: 20.04.10 | 13:53 Uhr

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Negative Auswirkungen von Autoabgasen

Mittlerweile sind sich viele Mediziner darüber einig, dass Autoabgase bzw. die mit dem Autoverkehr einhergehende Feinstaubbelastung für die statistisch nachweisbare Zunahme von Allergien in der Bevölkerung mitverantwortlich sind. Das gilt besonders im Hinblick auf die drei atopischen Krankheitsbilder Heuschnupfen, Neurodermitis und Asthma. Laut einer aktuellen, deutschlandweit durchgeführten Studie (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts in Berlin litten rund 23 Prozent der in der Studie erfassten Kinder an mindestens einem der drei atopischen Krankheitsbilder.

Da sich die genetischen Faktoren, die für das Auftreten von Allergien usw. natürlich auch eine wichtige Rolle spielen, in den letzten Jahren nicht sprunghaft verändert haben können, lässt sich die erhöhte Zahl der Betroffenen eigentlich nur auf Veränderungen bei den Umweltbedingungen, bei der Ernährung und im Lebenswandel der Menschen zurückführen. In der Luft enthaltene Schadstoffe können ebenfalls das erstmalige oder wiederkehrende Auftreten von Krankheiten wie Neurodermitis oder Asthma „triggern“.

Einer Studie des Helmholtz-Zentrums München zufolge nimmt die Anfälligkeit für die genannten Krankheitsbilder zu, je näher der Wohnort eines potentiellen Patienten an einer stark befahrenen Verkehrsstraße liegt. Das vermehrte Auftreten von Ekzemen ist dabei auf eine erhöhte Stickoxid-Konzentration in der Luft zurückzuführen, während eine Feinstaub-Belastung (wie sie in der Nähe von Hauptstraßen häufig messbar ist) Erkrankungen der Atemwege u. ä. zur Folge haben kann.

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| Datum: 23.02.10 | 15:50 Uhr

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Zusammenhang zwischen Neurodermitis und psychischen Störungen

Forscher des Universitätsklinikums Dresden, des Helmholtz Zentrums in München und des Universitätsklinikums Heidelberg sind in einer gemeinsam durchgeführten Studie zu dem Ergebnis gekommen, dass eine symptombehaftete Neurodermitis-Erkrankung in den frühen Jahren der Kindheit große Auswirkungen auf die spätere psychische Verfassung der Betroffenen haben kann.

Im Rahmen der Studie wurden etwa 6.000 Kinder mit Geburtsjahr zwischen 1995 und 1998 untersucht. Ziel war die Erfassung von „Daten zur physischen Gesundheit und emotionalen Befindlichkeit der Kinder im Alter von zehn Jahren, zur Familienhistorie und zum täglichen Leben.“ Die Veröffentlichung der Untersuchungsergebnisse erfolgte in dem medizinschen Fachblatt „Journal of Allergy and Clinical Immunology“.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass Kinder, die in ihren ersten beiden Lebensjahren an Neurodermitis litten, im Alter von zehn Jahren statistisch betrachtet häufiger mit seelischen Problemen zu kämpfen hatten als Gleichaltrige. Dazu Dr. Joachim Heinrich (Institut für Epidemiologie des Helmholtz Zentrums München): „Dies deutet darauf hin, dass die Neurodermitis einer unausgeglichenen psychischen Konstitution von Kindern vorausgeht und sie fördern kann.“ Besteht die Neurodermitis über das Säuglingsalter hinaus, so ist die Häufigkeit psychischer Auffälligkeiten anscheinend sogar noch größer. „Wir vermuten, dass sich vor allem die Folgebeschwerden langfristig auf das Gefühlsleben der betroffenen Kinder auswirken“, so Heinrich. Diese Folgebeschwerden können u. a. Schlafmangel, häufige Infektionen oder häufige Erschöpfung sein.Neurodermitis erhöht Risiko psychischer Störungen

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| Datum: 27.01.10 | 12:13 Uhr

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Wasserenthärter verringert Ekzembildung

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) hat – basierend auf einer Studie der Nottingham-Universität – bereits 2009 eine Meldung veröffentlicht, die für die meisten Neurodermitis-Patienten recht interessant sein dürfte. Dabei geht es um den Zusammenhang zwischen dem Härtegrad des Wassers in einer bestimmten Region und der Schwere der Ekzemausprägung bei den dort lebenden Kindern.

Die Erklärung liegt aller Wahrscheinlichkeit nach im Mineralstoffgehalt des Wassers. „Hartes“ Wasser enthält verhältnismäßig große Mengen an Magnesium und Kalzium. Diese Stoffe können die Haut reizen und beim Trinken indirekt zu einer Austrocknung der Haut führen. Außerdem besteht der Verdacht, dass die Verwendung von hartem Wasser zum Waschen von Kleidung und zur täglichen Körperflege mit einem höheren Verbrauch an Waschmittel, Seife etc. einhergeht. Dadurch werde die Haut zusätzlich angegriffen, so der Verband. In einem solchen Fall können handelsübliche Wasserenthärter Abhilfe schaffen.

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| Datum: 21.09.09 | 14:46 Uhr

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Allergietests

Es existieren bekanntlich eine ganze Reihe von Hauttests/Allergietests mit teils nicht ganz einfach zu deutenden Bezeichnungen. Zum besseren Verständnis habe ich deswegen mal eine kleine Übersicht der wichtigsten Testverfahren erstellt.

Pricktest

Pricktest

Beim Pricktest werden diverse allergenhaltige Lösungen in geringer Menge auf den Unterarm des Patienten getropft. Anschließend erfolgt im Bereich jedes Tropfens ein „Anpieksen“ der Haut mit einer Nadel (Lanzette), so dass die Lösung in die Oberhaut eindringt. Nach etwa 20 Minuten kann das Ergebnis abgelesen werden. Die Stärke einer allergische Reaktion wird dabei einerseits durch die Größe der sich evtl. bildenden Quaddel und andererseits durch den Grad der Hautrötung messbar gemacht.



Scratchtest

scratchtest

Dieser Test ist dem Pricktest vom Prinzip her sehr ähnlich, liefert aber in manchen Fällen deutlicher sichtbare Hinweise auf eine Reaktion. Der wesentliche Unterschied besteht darin, dass die Haut etwas mehr (aber immer noch leicht und unblutig) eingeritzt wird. Besonders geeignet ist der Scratchtest zur Bestimmung von Allergien gegen Tierhaare oder Medikamente.







Reibetest

reibetest

Wenn die Vermutung besteht, dass ein Patient sehr stark auf einen bestimmten Stoff reagiert oder keine passende Testsubstanz in Form einer Lösung vorhanden ist, kann ein Reibetest durchgeführt werden. Dabei wird der unter Allergieverdacht stehende Stoff (z. B. Lebensmittel oder Tierhaare) in nativer (unveränderter) Form in den Unterarm eingerieben. Eine Quaddelbildung signalisiert auch hier das Vorhandensein einer Allergie.




Intrakutantest

intrakutantest

Einige Allergene, wie bspw. Schimmelpilzsporen und Insektengifte, müssen in einer relativ hohen Konzentration vorliegen, um eine Reaktion zu provozieren. Beim Intrakutantest wird die entsprechende Lösung deshalb direkt unter die Haut am Rücken oder am Unterarm gespritzt, damit die enthaltenen Substanzen in das unter der Haut befindliche Bindegewebe eindringen können. Der Nachteil dieser Prozedur ist, dass sie doch recht schmerzhaft ist und teilweise heftige Allergiereaktionen auftreten können. Auch hier erfolgt die Ablesung der Resultate nach ca. 20 Minuten.


Epikutantest

epikutantest

Bei diesem Test werden dem Patienten verschiedene Pflasterstreifen auf den Rücken geklebt, die jeweils mit einer Reihe von Allergenen beschichtet sind. Besonders geeignet ist der Epikutantest zur Klärung der Tatsache, ob die Ursache eines aufgetretenen Kontaktekzems in einer allergischen Reaktion liegt, z. B. gegenüber Nickel, Kosmetika oder Duftstoffen. Es wird neben der Reaktion an sich auch der Reaktionsverlauf bewertet. Deshalb werden i. d. R. nach 24, 48 und 72 Stunden Testablesungen durchgeführt. Der Test hat den Nachteil, dass häufig „falsch positive“ Ergebnisse auftreten, wenn sich die Haut durch das tagelange Tragen der Pflaster rötet.

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| Datum: 15.09.09 | 13:41 Uhr

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Schadstoffe in Innenräumen

Eine Schadstoffbelastung innerhalb der Wohnung kann großen Einfluss auf die Intensität einer Neurodermitis-Erkrankung haben. Die Belastung kann dabei chemischer, biologischer oder auch physikalischer Natur sein.

Auf der chemischen Seite existieren da z. B. die Substanz Formaldehyd, verschiedene Lösungsmittel sowie Holzschutzmittel und Pestizide. Teilweise können schon sehr geringe Konzentrationen dieser Substanzen – sobald sie sich in der Raumluft befinden – zu einer Beeinträchtigung des Immunsystems führen. Außerdem besteht die Gefahr einer chronischen Vergiftung, die durch eine allmähliche Verstärkung der Symptome gekennzeichnet ist und deren Ursache oft erst spät oder auch überhaupt nicht erkannt wird.

Pilzbefall

Biologische Faktoren wie Schimmelpilze, Milbenallergene und Bakterien spielen ebenfalls eine gewichtige Rolle. Ein Pilzbefall in Innenräumen ist dabei so gut wie immer auf übermäßige Feuchtigkeit zurückzuführen, die wiederum oftmals durch (unsichtbare) Bauschäden hervorgerufen wird. Schadstoffe biolologischer Natur wirken besonders allergieverstärkend und können sich so auch direkt im Hautbild des Betroffenen niederschlagen.

Mögliche physikalische Belastungen sind vor allem ausgeprägte elektrische und magnetische Felder, in der Umgangssprache auch bekannt als „Elektrosmog“. Wie hoch der Einfluss solcher Felder auf den menschlichen Körper tatsächlich ist, wird noch immer in zahlreichen Studien untersucht. Zumindest im Schlafbereich einer Wohnung sollte man aber weitestgehend auf den Betrieb elektrischer Geräte verzichten.

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| Datum: 18.08.09 | 13:16 Uhr

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Neurodermitis im Film: „Neandertal“

Neandertal

Bei Neurodermitis handelt es sich um ein Thema, das bisher kaum in beachtenswerter Weise auf die Leinwand gebracht wurde. Im letzten Jahr hat es der deutsche Regisseur Ingo Haeb mit seinem Kinofilm „Neandertal“ jedoch geschafft, das Leben mit dieser Krankheit einer differenzierten sozialpsychologischen Analyse zu unterziehen. Haeb, der auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat, verarbeitete mit dem Projekt Eindrücke und Erlebnisse aus seiner eigenen, von schwerer Neurodermitis geprägten Jugend.

Die Handlung ist in einer westdeutschen Provinzstadt während der Wendezeit angesiedelt. Der siebzehnjährige Guido (Jacob Matschenz), der seit seiner Geburt an Neurodermitis leidet, erlebt kurz vor dem Abitur seinen bis dato schwersten Schub. Im Krankenhaus wird ihm während des Therapieverlaufs zunehmend bewusst, dass die Verschlimmerung der Neurodermitis eng mit den zerrütteten Verhältnissen in der eigenen Familie zusammenhängt. Also versucht Guido, aus der scheinbaren Normalität seines bisherigen Lebens auszubrechen…

Der Film zeigt in zahlreichen Großaufnahmen die geschundene Haut des Protagonisten. Durch diese ehrliche und unverfälschte Darstellung der Krankheit gewinnt „Neandertal“ ein hohes Maß an Authentizität, bietet aber noch genügend andere Handlungsebenen, um auch abseits der Krankheitsmetapher überzeugen zu können.

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