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| Datum: 10.12.09 | 13:22 Uhr

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Funktionelle Kleidung als Behandlungskonzept bei Neurodermitis

Bereits seit einigen Jahren forschen Dermatologen an sog. „intelligenten“ Textilien, die u. A.zur Linderung von Neurodermitis beitragen sollen. Anders als bei den momentan erhältlichen silberbeschichteten Textilien, kommen bei dieser Art von Kleidung spezielle Molüle – Cyclodextrine genannt – zum Einsatz.

Cyclodextrine sind ringförmige Zuckermoleküle, die dauerhaft auf textilen Oberlächen verankert („fixiert“) werden können. In dem Hohlraum, der sich in deren Inneren befindet, lassen sich diverse organische Substanzen einschließen – ähnlich wie in einem Käfig. Erst nach und nach wird der „gefangene“ Stoff durch Körperwärme und Hautkontakt freigegeben. In diesem Zusammenhang ist die Anwendung verschiedener Substanzen denkbar (z. B. Kortison, Anti-Pilz-Wirkstoffe oder Dexpanthenol).

neurodermitis_kleidung_cyclodextrine

Die Zuckermoleküle fungieren also als winzige Depots, die mit einem medizinisch wirksamen Inhalt „beladen“ sind. Bei Neurodermitis, Schuppenflechte oder Allergien kann die dosierte Abgabe eines bestimmten Medikaments/Pflegemittels über einen bestimmten Zeitraum sehr hilfreich sein, da dieses Konzept die Durchführung einer Therapie auch in Alltagssituationen stark vereinfacht.

Die Liste der Materialien, die mi Cyclodextrinen beschichtet werden können, ist lang – von Leinen bis Wolle ist praktisch alles möglich. Unterwäsche, Schlafanzüge, Bettwäsche, Socken und Handschuhe sind für die Anwendung besonders geeignet, da bei diesen Textilien der direkte Kontakt zu den betroffenen Hautstellen gewährleistet ist.

Bis derartige Textilien auf dem Massenmarkt erhältlich sind, wird sicherlich noch einige Zeit vergehen; aus Zellulose bestehende und mit Madensekret getränkte Wundauflagen, die nach dem selben Prinzip funktionieren, werden aber schon erfolgreich eingesetzt.

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