Ergebnisse des 5. Deutschen Allergiekongresses

Auch die aktuelle Expertenschätzung anlässlich des 5. Allergiekongresses in Hannover zeigt wieder, dass sich Allergien in Deutschland auf dem Vormarsch befinden. Ungefähr 20 bis 30 Millionen Bürger seien betroffen, davon 15 Prozent Kinder und Jugendliche, so die Schätzung der Kongressteilnehmer.
Die Allergologen fordern daher u. a. eine Verbesserung der Versorgungsstrukturen und höhere Investitionen in allergologische Forschung. Ein wichtiger Punkt war auch die Betrachtung von Arzneimitteln als Ursache anaphylaktischer und blasenbildender Reaktionen. Dabei habe die Diagnostik der jeweiligen Arzneimittelallergie und die Festellung des auslösenden Medikaments Priorität. Ein gutes Beispiel für diesen Sachverhalt ist das in der Krebstherapie Anwendung findende Mittel Cetuximab, das zu verzögert auftretenden Fleischunverträglichkeiten führen kann.
Ein weiterer Diskussionspunkt betraf das Thema Neurodermitis direkt: die Entdeckung zweier Schlüssemoleküle, die für die Kommunikation der Entzündungszellen mit dem umgebenden Hautgewebe von Bedeutung sind. Diese Moleküle (insbesondere Interleukin-31, das Entzündung und Juckreiz fördert) könnten als potentielle Angriffsziele für neue therapeutische Maßnahmen dienen.
Wie groß angelegte Studien ergeben haben, ist es für die Verhinderung einer Neurodermitis-Erkrankung durchaus sinnvoll, einem Kleinkind ab dem fünften Monat bewusst verschiedene Nahrungsmittel zuzuführen, da dies zu einem niedrigeren Risiko einer Allergienentstehung führen soll. Ein konkreter Zusammenhang konnte zwischen dem Zufüttern von Fisch während dieser Phase und einem deutlich geringeren Auftreten von Ekzemen im fortgeschrittenen Kindesalter festgestellt werden.
Leider hat sich mittlerweile auch gezeigt, dass eine komplette Abheilung der Neurodermitis seltener vorkommt als bisher angenommen. Aus diesem Grund sei eine enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit von Dermatologen, Allergologen, Psychologen und Ernährungsberatern notwendig, um die Lebensqualität – gerade auch von erwachsenen Patienten – effektiv steigern zu können.



