Neurodermitis im Film: „Neandertal“

Bei Neurodermitis handelt es sich um ein Thema, das bisher kaum in beachtenswerter Weise auf die Leinwand gebracht wurde. Im letzten Jahr hat es der deutsche Regisseur Ingo Haeb mit seinem Kinofilm „Neandertal“ jedoch geschafft, das Leben mit dieser Krankheit einer differenzierten sozialpsychologischen Analyse zu unterziehen. Haeb, der auch das Drehbuch zum Film geschrieben hat, verarbeitete mit dem Projekt Eindrücke und Erlebnisse aus seiner eigenen, von schwerer Neurodermitis geprägten Jugend.
Die Handlung ist in einer westdeutschen Provinzstadt während der Wendezeit angesiedelt. Der siebzehnjährige Guido (Jacob Matschenz), der seit seiner Geburt an Neurodermitis leidet, erlebt kurz vor dem Abitur seinen bis dato schwersten Schub. Im Krankenhaus wird ihm während des Therapieverlaufs zunehmend bewusst, dass die Verschlimmerung der Neurodermitis eng mit den zerrütteten Verhältnissen in der eigenen Familie zusammenhängt. Also versucht Guido, aus der scheinbaren Normalität seines bisherigen Lebens auszubrechen…
Der Film zeigt in zahlreichen Großaufnahmen die geschundene Haut des Protagonisten. Durch diese ehrliche und unverfälschte Darstellung der Krankheit gewinnt „Neandertal“ ein hohes Maß an Authentizität, bietet aber noch genügend andere Handlungsebenen, um auch abseits der Krankheitsmetapher überzeugen zu können.
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